Biographien

Von Dezem­ber 1941 bis Febru­ar 1945 wer­den über 2500 Men­schen jüdi­scher Her­kunft aus Würt­tem­berg in die Sam­mel- und Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern der Natio­nal­so­zia­lis­ten depor­tiert, wo sie zu einem gro­ßen Teil eines gewalt­sa­men Todes ster­ben. Die meis­ten die­ser Depor­ta­tio­nen neh­men am Inne­ren Nord­bahn­hof in Stutt­gart ihren unheil­vol­len Aus­gang.
Lei­der gibt es bis heu­te kei­ne publi­zier­te Auf­lis­tung aller Depor­tier­ten vom Inne­ren Nord­bahn­hof. Eine ers­te »Toten­lis­te« fin­det sich in:

Maria Zel­zer: Weg und Schick­sal der Stutt­gar­ter Juden. Ein Gedenk­buch. Stutt­gart 1964 (Son­der­band der Ver­öf­fent­li­chun­gen des Archivs der Stadt Stutt­gart). S. 281–387.

Am zuver­läs­sigs­ten ist die 1969 erschie­ne­ne Doku­men­ta­ti­on der Namen und Schick­sa­le von rund 8500 jüdi­schen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern aus Baden und Würt­tem­berg, die zwi­schen 1933 und 1945 durch die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ver­fol­gung ihr Leben ver­lo­ren haben – dar­un­ter jedoch nicht nur Depor­tier­te, son­dern auch Jus­tiz- und Eutha­na­sie­op­fer:

Die Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Juden­ver­fol­gung in Baden-Würt­tem­berg 1933–1945. Ein Gedenk­buch. Hrsg. von der Archiv­di­rek­ti­on Stutt­gart. Stutt­gart 1969 (Ver­öf­fent­li­chun­gen der Staat­li­chen Archiv­di­rek­ti­on Baden-Würt­tem­berg, Bei­band zu Bd. 20).

In bei­den Publi­ka­tio­nen sind die Toten erfasst. Nicht doku­men­tiert sind jedoch die­je­ni­gen, die depor­tiert wer­den und die Lager über­le­ben. Aber auch sie sind Opfer der Sho­ah, von denen vie­le – durch den natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ter­ror kör­per­lich und psy­chisch gezeich­net – an den Fol­gen von Depor­ta­ti­on und Inhaf­tie­rung ster­ben oder bis heu­te dar­un­ter lei­den.

Auf­grund der schwie­ri­gen Quel­len­la­ge wird es wohl kein voll­stän­di­ges Ver­zeich­nis aller vom Inne­ren Nord­bahn­hof in Stutt­gart depor­tier­ten jüdi­schen Bür­ger geben kön­nen. Der heu­ti­ge Kennt­nis­stand ist in der Lis­te doku­men­tiert.

Vie­le Bio­gra­phi­en sind auf den Web­sites der Intia­ti­ve Stol­per­stei­ne zu fin­den. Wir beab­sich­ti­gen, die­se Namen mit der Lis­te zu ver­lin­ken.

Für die Web­site “Zei­chen der Erin­ne­rung” wur­den 2006 ca. 40 Bio­gra­phi­en von Depor­tier­ten erar­bei­tet und publi­ziert.

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