26.04.2021 · Zeichen der Erinnerung

Den Opfern ihren Namen geben

Gedenk­stun­de im “Zei­chen der Erin­ne­rung” am Inne­ren Nord­bahn­hof Stutt­gart
zur Erin­ne­rung an die Depor­ta­ti­on jüdi­scher Bürger/innen nach Izbi­ca am 26.04.1942

Lan­ge Zeit gab es kei­ne gesi­cher­ten Erkennt­nis­se, wie­vie­le Opfer am 26.04.1942 aus Stutt­gart depor­tiert wur­den. Bei Errich­tung der Gedenk­stät­te ging man ent­spre­chend der Ergeb­nisse des Pro­jekts über “die Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Juden­ver­fol­gung in Baden-Würt­te­m­­berg 1933–1945” und der Recher­chen von Bea­te Mül­ler von etwa 270 Depor­tier­ten aus. Hier han­del­te es sich aller­dings allein um die Opfer aus Würt­tem­berg-Hohen­zol­lern. Spä­ter war die Rede von über 600, ja etwa 1000 Opfer. Erst die umfang­rei­che wissenschaft­liche Arbeit von Dr. Stef­fen Häns­chen „Das Tran­sit­ghet­to Izbi­ca im Sys­tem des Holo­caust“ brach­te Klar­heit: 441 Opfer wur­den depor­tiert (sie­he dazu den Ein­füh­rungs­text von Prof. Dr. Roland Mül­ler). Auf der Wand der Namen hier ste­hen bis­lang aber nur etwa 270. Heu­te hören wir die von Bea­te Mül­ler recher­chier­ten Namen der feh­len­den 173 Opfer – wir nen­nen sie bei ihrem Namen und erin­nern uns an sie.

Mit­wir­ken­de:
Wil­ma Heu­ken, Akkor­de­on (Initia­ti­ve “Stol­per­kunst” des Hotel Sil­ber)
Jule Hölz­gen, Orlan­do Schenk und Ramon Schmid (Mit­glie­der des Spre­cher­en­sem­bles der Aka­de­mie für gespro­che­nes Wort)
Kan­tor Nathan Gold­man (IRGW)

Pro­gramm mit Zeit­an­ga­ben

Begrü­ßung Andre­as Keller

Rede Prof. Dr. Roland Müller

Rede Land­tags­prä­si­den­tin Muh­te­rem Aras

Rede Micha­el Kashi